Die Reisen Des Petrus
Klemens von Rom
Die Berichte des Klemens von Rom an Jakobus, den Bruder Jesu, über seine Reisen mit dem Apostel Petrus beeindrucken nicht bloß durch eine heute selten gewordene Sorgfalt in der Darstellung frühchristlicher Lehren und ihres Verhältnisses zu klassischen Positionen abendländischer Philosophie, der Astrologie und Mythologie, sondern vor allem durch eine unprätentiöse Frische, die jene Positionen in lebendigen, meist öffentlich geführten Gesprächen, Reden und Gegenreden, geradezu hautnah erfahrbar macht. Beachtenswert auch der respekt-, ja liebevolle Umgang, den diese Reisetruppe untereinander, aber auch Fremden gegenüber pflegt.
Geradezu umwerfend wunderbar und zugleich erschütternd, wie Klemens seine verloren geglaubte Mutter, seine beiden jüngeren Zwillingsbrüder und dann auch seinen alten Vater wiederfindet, der, zunächst unerkannt, in öffentlicher Disputation mehrfach die Gegenrede zu Positionen Petri anführend, von diesem schließlich als der verschollene Vater seines Schülers Klemens erkannt wird — dies die extrem spannende und zu- tiefst bewegende Geschichte der Wiederentdeckung aller Glie- der seiner Familie, die dem Zeugnis des Klemens den Titel „recognitiones clementis“ geben ließ.
Hatte sich die römische Reichskirche gegen die Aufnahme des Werks in die Bibel entschieden, war es — unter dem Titel „Pseudo-Clementinen“ bis in die Gegenwart hinein als Fälschung verleumdet — in Hunderten von Kopien aber in mittelalterlichen Bibliotheken präsent gewesen und ursprünglich für alle Gläubigen geschrieben, dann zu einem Geheimtipp für Insider geworden.
Wir freuen uns sehr, eines der wenigen Werke des frühen Christentums, das bis heute nicht vollständig in deutscher Sprache verfügbar ist, dem Gläubigen nun zugänglich zu machen und damit u. a. eine bislang ohnehin paulus-lastige Apostelgeschichte in ein gewisses Gleichgewicht zu bringen.
Siehe auch die erweiterte Titelei, die Einleitung bzw. eine Leseprobe aus dem Ersten Buch.
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